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Sehen und gesehen werden!

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Sehen und gesehen werden!
Nur so können alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf Situationen im Straßenverkehr (rechtzeitig) reagieren.
  • Schnelles Wahrnehmen
  • Genaues Erkennen
  • Sicheres Reagieren

Drei Kriterien, die im Straßenverkehr für Sie entscheidend sind, sozusagen Ihre Lebensversicherung. Damit Sie Ihre Ziele im Straßenverkehr immer ungefährdet erreichen.

Diesem positiven Ergebnis werden Sie sich in großen Schritten nähern, wenn Sie diese Zeilen aufmerksam lesen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse dann für sich auch anwenden. Damit leisten Sie Ihren und einen entscheidenden Beitrag für ein besseres Miteinander und erhöhen die Sicherheit in unserem Straßenverkehr.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und setzen ein Zeichen im Sinne des Mottos:

Sehen und gesehen werden!

Wir wollen Sie dabei unterstützen! Die Direktion Verkehrsunfallbekämpfung der Polizei Köln hat deshalb für Sie einige wichtige Hinweise zusammengestellt.

An Ihrem Fahrzeug: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Kontrollieren Sie - zu Ihrer eigenen Sicherheit - die Beleuchtungseinrichtungen Ihres Fahrzeugs vor jedem Fahrtantritt.

Alle lichttechnischen Einrichtungen an einem Fahrzeug müssen bauartgeprüft sein. Beleuchtungseinrichtungen, die unzulässig oder falsch angebracht sind, führen zu Fehlinterpretationen der für Fahrzeuge typischen Signalbilder. Verstöße dagegen werden bei Kontrollen von der Polizei geahndet.

Nicht erlaubt am Fahrzeug sind:

  • Beleuchtete Firmenschilder
  • Namensschilder mit umlaufender Beleuchtung
  • Punktstrahler mit farbigem Licht
  • Beleuchtete Reklameteile
  • Beleuchtete Scheibenwaschdüsen
  • Unterbodenbeleuchtung


Tipp:
Machen Sie jedes Jahr den Licht- Check in der Fachwerkstatt oder beim ADAC - kostenlos im Rahmen der Internationalen Kraftfahrzeug--Beleuchtungsaktion im Oktober.

Testen Sie Ihre Augen – vor allem Ihr Dämmerungssehen

Verantwortungsbewusst sollen alle Teilnehmer am Straßenverkehr auch mit sich selber umgehen. Denn: über 90 Prozent aller Sinneseindrücke nimmt der Mensch mit dem Auge auf. Untersuchungen belegen aber, dass ein Drittel aller Verkehrsteilnehmer zu schlecht sieht.
Dies geschieht vor allem durch ein unmerkliches und schleichendes Nachlassen des Sehvermögens. Man spürt es nicht und merkt es erst sehr spät, manchmal zu spät.

Die besten Indikatoren für schlechtes Sehen sind Gefühl und Verstand: Wer schlecht sieht, fühlt sich unsicher.

Von Verkehrsteilnehmern wird ein vorausschauendes Verkehrsverhalten gefordert. Die optischen Reize haben aber zahlenmäßig und inhaltlich zugenommen, bis hin zu einer Reizüberflutung.

Gerade bei Dunkelheit ist besondere Vorsicht geboten. Bei Nacht beträgt die menschliche Sehleistung nur noch 20 Prozent des Tageswertes. Kommen dann noch schlechte Sichtverhältnisse durch Regen, Nebel, Schneefall oder Blendung hinzu, kann es sehr kritisch werden.

Bei Nachtfahrten kommt es auf eine gute Kontrastsehschärfe an. Wer sicher fahren will, der sollte auch schwache Helligkeitsunterschiede - etwa einen dunkel gekleideten Fußgänger auf einer regennassen dunklen Fahrbahn - noch gut erkennen können. Diese Fähigkeit nennt man Dämmerungssehen.
Einschränkungen des Dämmerungssehens kommen nicht selten vor, auch oft bei Fahrern, die tagsüber völlig normal sehen und keine Brille tragen. Davon Betroffene fühlen sich bei Nachtfahrten oft unwohl und unsicher.

Tipp:
Wenn Sie sich unsicher fühlen, dann lassen Sie Ihre Augen überprüfen. Sehschwächen lassen sich in den meisten Fällen durch Brillen oder Kontaktlinsen korrigieren.

Weitere Tipps für gutes Sehen im Straßenverkehr:

  • Wenn Sie durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge geblendet fühlen, versuchen Sie Ihren Blick sehr bewusst am rechten Fahrbahnrand zu halten.
  • Lassen Sie spätestens alle zwei bis drei Jahre Ihre Sehleistung beim Optiker oder Arzt testen. Dies auch, wenn Sie schon Brillen oder Kontaktlinsen tragen. Wenn Sie über 40 Jahre jung sind, sollten Sie diesen Rat besonders ernst nehmen.
  • Windschutzscheiben an Fahrzeugen und Visiere bei Schutzhelmträgern stets säubern. Sonst ergibt sich eine zusätzliche Reduzierung der Sehleistung um 10 bis 25 Prozent. Bei Gegenlicht kann die Verschmutzung gefährliches Streulicht verursachen. Ein ähnlicher Effekt ergibt sich, wenn die Scheibe durch Steinschlag beschädigt ist.
  • Brillengläser mit Entspiegelung erhöhen den Kontrast beim Sehen, vor allem nachts.

Folien an Scheiben von Kraftfahrzeugen

Die Sicht durch Scheiben ist nach der Straßenverkehrs- Zulassungs- Ordnung erfüllt, wenn bauartgenehmigte Windschutzscheiben eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 75 Prozent aufweisen. Bei anderen Scheiben sind mindestens 70 Prozent vorgeschrieben.

Die meisten Folien, vor allem die mit erkennbarer Tönung, erreichen diese Werte nicht. Sie dürfen deshalb auch nicht im Straßenverkehr benutzt werden.

In anderen Fällen gilt: die Anbauanweisung sorgfältig beachten und immer die dazugehörige Bauartgenehmigung mitführen!

Licht einschalten - auch tagsüber

Durch die Einführung von Tagfahrlicht in Skandinavien konnten dort, seit den 1970er Jahren, zahlreiche Leben gerettet und die Anzahl der Unfälle deutlich gesenkt werden.

Ein Feldversuch der Landesverkehrswacht Niedersachsen brachte dazu auch sehr positive Ergebnisse: 25 Prozent aller tödlichen Unfälle und 35 Prozent der Zusammenstöße zwischen entgegenkommenden Fahrzeugen konnten vermieden werden.

Die EU erwägt aufgrund der eindeutigen Ergebnisse aller Studien und bestehender Erfahrungen eine Pflicht für den Einbau von automatischem Tagfahrlicht in Neufahrzeugen.

Tipp:
Fahren Sie tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht, zumindest aber immer dann, wenn die Witterungs- und Sichtverhältnisse schlecht sind.

Benutzen Sie konsequent – wie vorgeschrieben - den Blinker, um Ihr beabsichtigtes Abbiegen, einen Fahrstreifenwechsel oder das Verlassen des Kreisverkehrs anderen Verkehrsteilnehmern zu verdeutlichen. Es gibt kein besseres Aktionssignal

 Schützen Sie sich als Fußgänger - mit Reflektoren

Fußgänger können in der dunklen Jahreszeit einen besonderen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Hell gekleidet werden sie von Autofahrern schon aus einer Entfernung von 80 bis 90 Meter gesehen. Bei kontrastarmer, dunkler Kleidung werden Fußgänger erst aus 25 Meter Entfernung wahrgenommen.

Besser ist es, wenn Fußgänger an der Kleidung oder an mitgeführten Gegenständen (Kinderwagen, Büchertasche, Rucksack etc.) Reflektoren befestigen. Sie sind dann bereits in einer Entfernung von zirka 150 Meter erkennbar.

Erwachsene sollten schon beim Kauf solcher Gegenstände auf eingearbeitete Reflektoren achten.

Tipp:
Schon für wenig Geld gibt es eine Vielzahl von Reflektoren zum Anstecken, Leuchtstreifen mit Klettverschluss oder ganze Kleidungsstücke, die reflektieren.

Tragen Sie die Reflektoren bewegungsaktiv: befestigen Sie die Leuchtstreifen am unteren Ärmel oder am unteren Bein. Das bringt auffällige Signale, nämlich bewegungsaktive.

Fahrradfahrer

Obwohl der Schutzhelm für Fahrradfahrer keine Pflicht ist, sollte er immer, besonders auch in der dunklen Jahreszeit, für die eigene Sicherheit genutzt werden. Je rutschiger es draußen wird, desto größer wird das Unfallrisiko auch für Radfahrer.

Sehr wichtig ist beim Fahrrad auch eine funktionstüchtige Lichtanlage, die bei entsprechenden Witterungssituationen möglichst frühzeitig einzuschalten ist.

Lichttechnische Ausrüstung (§ 67 StVZO)

  • vorne ein Scheinwerfer ( möglichst Halogenlicht)
  • hinten eine rote Schlussleuchte und ein Großflächen- Rückstrahler
  • mindestens zwei Speichenrückstrahler pro Rad oder Leuchtreifen
  • gelbe Reflektoren an den Pedalen

Auch Fahrradfahrer sollten sich auffällig und in hellen Farben kleiden. Hier gelten die Tipps für Fußgänger gleichermaßen. Erhöhen Sie Ihre Erkennbarkeit durch reflektierendes Material, zum Beispiel am Helm, an der Kleidung.

Rechtzeitig gesehen werden - das Wichtigste für Zweiradfahrer

Erfahrene Motorradfahrer wissen das. Nur so können Sie sich einigermaßen gegen Fahrfehler anderer schützen, insbesondere beim Linksabbiegen von Fahrzeugen, die Ihnen entgegenkommen.

Das Fahrlicht des Motorrades muss bei jeder Fahrt auch tatsächlich eingeschaltet sein. Werden zusätzliche Scheinwerfer angebaut, so ist jedenfalls das Signalbild des einspurigen Fahrzeugs zu erhalten. Zu den einzelnen Ausrüstungsvorschriften können die technischen Prüfstellen der Überwachungsinstitutionen angesprochen werden.

Für Motorradfahrer ist im Winterhalbjahr eine defensive, vorausschauende Fahrweise mindestens so wichtig wie im Sommer.

Auf rutschigen Straßenbelägen ist plötzliches Beschleunigen und Bremsen ebenso unfallträchtig, wie ruckartige Lenkmanöver.

Neben einer besonderen Funktionsbekleidung, die Wärme speichert und Feuchtigkeit transportiert, ist ein besonderes Augenmerk auf das Helmvisier zu legen.
Kratzer und Schmutz auf dem Visier beeinträchtigen die Sicht erheblich, besonders bei Dunkelheit und im Tagesverlauf, besonders bei tief stehender Sonne.

Auf keinen Fall getönte Visiere benutzen, da hier die Lichtdurchlässigkeit sehr stark reduziert ist.

Tipp:
Immer mit Helm und Licht! Fahren Sie stets defensiv und bleiben hoch aufmerksam dafür, dass andere Fehler machen könnten. Sie sind der Schwächere, auch wenn Sie Recht haben.
Bei Schnee- oder Eisglätte - Motorrad stehen lassen !

PKW/Omnibus/Lastkraftwagen

Die Rundumsicht des Fahrers ist durch entsprechende Reinigung der Scheiben und Spiegel des Fahrzeugs herzustellen.

Achtung: Vermeiden Sie die „Zeit-Stress-Falle“, wenn sie an Wintertagen morgens mit viel Aufwand die Scheiben Ihres Fahrzeugs freilegen. Deshalb: Immer genug Zeit vorher dafür einplanen

Alte und zerkratzte Windschutzscheiben führen zu gefährlichem Streulicht und sollten daher auch rechtzeitig ausgetauscht werden. Gute Wischergummis garantieren gute Sicht.

Hilfreich und unterstützend dazu ist auch eine intakte Scheibenwaschanlage mit Reinigungszusatz und Frostschutz an Wintertagen.

Überaus gefährlich ist es, wenn der Scheinwerfer vorn links (auf der Fahrerseite) ausfällt. Das Fahrzeug wird dann vom Fahrer im Gegenverkehr als einspuriges Fahrzeug, als Zweirad, wahrgenommen.

Sie selbst können viel zu Ihrem eigenen Schutz tun: Sehen und gesehen werden!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nun haben Sie bereits erste, wichtige Schritte zu mehr Verkehrssicherheit für sich und andere getan.

Wenden Sie am Besten diese Hinweise ab sofort in der Praxis an, damit sie schnell zur täglichen Routine werden.

Viel Erfolg und stets unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr wünscht Ihnen Ihre Polizei Köln.