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Prävention: Die Tür bleibt zu, wenn der Fremde läutet!

Die Tür bleibt zu, wenn der Fremde läutet
Prävention: Die Tür bleibt zu, wenn der Fremde läutet!
Das möchte die Seniorenberaterin der Polizei, Kriminalhauptkommissarin Angelika Platthaus, gerade den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zurufen.

Sie weiß aus ihrer Erfahrung, dass sich skrupellose Verbrecher eine Vielzahl von Tricks ausgedacht haben, um in die Wohnungen älterer Menschen zu gelangen. Wurde erst einmal eine Wohnung betreten, schrecken sie vor nichts mehr zurück. Tagtäglich werden der Polizei solche Taten angezeigt.

Redaktion: Wie werden die Menschen überredet, die Tür zu öffnen?

Angelika Platthaus: Die Täterinnen und Täter beobachten die für sie geeignet erscheinenden Opfer bereits auf der Straße, verfolgen sie bis zur Wohnung oder bieten Hilfe an. Andere rufen an oder stehen vor der Wohnungstür und klingeln. Mit den unterschiedlichsten Methoden gehen Trickbetrügerinnen und -betrüger vor, um sich Ihr Vertrauen zu erschleichen. Dabei schrecken diese Straftäterinnen und -täter vor keiner noch so üblen Lüge zurück.

Nicht selten wird mit der Masche gearbeitet, sich als Polizeibeamtin oder -beamter auszugeben, die aus dienstlichen Gründen unbedingt in die Wohnung müssten. Sie verursachen nicht nur materiellen Schaden, sondern beschädigen durch ihre Vorgehensweise auch das Vertrauen in die Polizei.

Andere Betrügerinnen und Betrüger treten als Angestellte des Wasserwerkes auf und behaupten, die Wasserleitungen in der Wohnung prüfen zu müssen. Wieder andere stellen sich als neue Nachbarn vor oder fragen nach Zettel und Stift, um einem abwesenden Nachbarn eine Nachricht zu schreiben. Ganz abgeklärte Täterinnen und Täter rufen ältere Menschen an und geben sich als Angehörige aus, die dringend Hilfe brauchen, um aus einer finanziell sehr misslichen Lage herauszukommen.

Der Fantasie ihrer Lügen und Legenden sind keine Grenzen gesetzt. Das Ziel ist aber immer dasselbe. Sie wollen unter allen Umständen in die Wohnung gelassen werden. Ist den Tätern dies erst einmal gelungen, ist ihnen ihre Beute schon so gut wie sicher.

Was kann man tun, um sich zu schützen?

Ich betone ganz deutlich: "Die Tür bleibt zu!" Dabei weiß ich natürlich, dass das so absolut nicht immer einzuhalten ist. Wenn zum Beispiel Post zugestellt werden soll, ist man manchmal gezwungen, die Tür zu öffnen. Aber es gibt technische Möglichkeiten, sich auch in solchen Situationen zu schützen. Bügel- und Riegelschlösser erlauben, die Tür einen Spalt breit zu öffnen und dennoch sicher zu sein. Hierzu kann Ihnen die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Tipps geben, die auf ihre Verhältnisse abgestimmt sind. Lassen Sie sich einen Termin geben unter der Telefonnummer 0221 229 8008.

Das ist die technische Seite, aber hilft denn nicht, sich den Ausweis zeigen zu lassen?

Leider nein! Die echten Ausweise, auch die Polizeidienstausweise, sind heute in Scheckkartengröße gestaltet. Sie haben allerlei Sicherheitsmerkmale. Aber gerade für ältere Menschen, die vielleicht nicht mehr ganz so scharf sehen, sind diese Ausweise nicht von Geld-, Rabatt- oder Mitgliedskarten zu unterscheiden. Daher sagen wir: Lassen Sie sich den Ausweis zeigen, aber verlassen Sie sich nicht darauf! Seien Sie weiterhin vorsichtig. Haben Sie Zweifel, dann bleibt die Tür zu!

Was tun Sie, um den Seniorinnen und Senioren Ihre Ratschläge nahe zu bringen?

Da wir wissen, dass sich gerade Seniorinnen und Senioren ungern an Institutionen, also auch an die Polizei wenden, haben wir ein so genanntes Seniorentelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0221 229-2299 kann man jederzeit die Telefonansage abfragen, um aktuelle Arbeitsweisen der Trickbetrüger zu erfahren. Außerdem nehme ich mir freitags in der Zeit von acht bis zwölf Uhr Zeit, persönlich unter dieser Telefonnummer, ausschließlich für ältere Menschen erreichbar zu sein.

Gerne komme ich auch zu Ihnen, um Ihrem Seniorenkreis zu beschreiben, wie die Täter vorgehen und mit Ihnen meine Ratschläge zu besprechen. Ich möchte verhindern, dass Sie Opfer einer Straftat werden!

Selbstverständlich ist mein Besuch für sie kostenlos. Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin mit unserem Geschäftszimmer unter der Rufnummer 0221 229-8655.